Date mit dir selbst: Wie du dich in 4 Schritten in deine Persönlichkeit verliebst

Date mit dir selbst

An dem Tag, an dem du dich so liebst wie du bist, wird dein Glücksempfinden, ähnlich einem Thermometer in der prallen Sommersonne, ansteigen.

Lass diesen Tag heute beginnen!

Damit du dich überhaupt in dein einzigartiges Wesen verlieben kannst, musst du dich natürlich um deine Ausstrahlung bemühen. Denn davon hängt meist ab, ob wir jemanden mögen oder nicht.

Wenn du dich fleißig an den Glückspfad gehalten hast, wirst du die vier Etappen der „Gesundheit“ bereits absolviert haben. Falls nicht, empfehle ich dir, es nachzuholen, damit auch du von innen heraus strahlen kannst. Immerhin macht dein körperliches und geistiges Wohlbefinden ein Drittel deiner Zufriedenheit aus.

Jetzt lass uns das Date mit der wichtigsten Person in deinem Leben beginnen – DIR SELBST!

Im letzten Teil hast du etwas über die verschiedenen Persönlichkeitsmerkmale erfahren und dir hoffentlich ein Bild davon gemacht, wie du tickst. Da wir hier in einer Kennenlernphase sind (du lernst dich besser kennen), nun eine Frage: Mit welchen fünf Worten würdest du dich beschreiben? (Nutze die Erkenntnis aus dem letzten Teil)

Ganz wichtig: Beschreibe dich nicht so, wie du gerne wärst, sondern so, wie du tatsächlich bist. Ansonsten belügst du nur dich selbst. Und wer lebt schon gerne mit einem Lügner zusammen? Weil du aber mit niemanden im Leben mehr Zeit verbringst als mit dir selbst, solltest du ehrlich zu dir sein.

Meine fünf Worte sind: vielseitig (Offenheit), chaotisch (Gewissenhaftigkeit), introvertiert (Extraversion), diplomatisch (Verträglichkeit), verständnisvoll (Neurotizismus).

Es gibt keine perfekten Menschen, darum solltest du lernen, nicht nur deine Stärken, sondern ebenfalls deine Schwächen anzuerkennen. Du bist so, wie du bist – und das ist in Ordnung!

Nimm nun deine Aufzeichnung aus der Etappe „Wer bin ich“ zur Hand. Dort hast du bereits deinen Lebensweg notiert. Das gibt dir Orientierung für die folgenden drei Schritte. Im vierten Schritt sollst du schließlich alles miteinander vereinen.

1. Stärken und Schwächen (an)erkennen

Den meisten fällt es leichter Schwächen an sich zu finden, als sich seine guten Eigenschaften bewusst zu machen. Darum werfen wir zunächst einen Blick auf deine Schwächen.

Gehe deine fünf Wörter der Reihe nach durch und überlege, was du an der jeweiligen Eigenschaft nicht magst. Am besten machst du das schriftlich, um einen Überblick zu bekommen.

Beispiel – Schwächen:

vielseitig lasse mich von neuen Interessen schnell ablenken und bekomme dadurch nur selten etwas fertig
chaotisch schiebe Dinge vor mir her, anstatt sie anzugehen
zurückhaltend ziehe mich schnell zurück und bin nicht sehr kommunikativ
diplomatisch     gebe zu schnell nach, um Konflikten aus dem Weg zu gehen
verständnisvoll neige zu Selbstzweifel und Ängsten

Das sind die Schattenseiten meiner Persönlichkeit. Doch wo Schatten ist, gibt es auch Licht. Darum solltest du dir als nächstes die positiven Seiten jeder deiner fünf Eigenschaften ansehen.

Beispiel – Stärken:

vielseitig breit gefächerte Interessen und offen für neues Wissen, Ideen, Erkenntnisse
chaotisch erzwinge nichts; nehme mir Zeit für Genussmomente, um abzuschalten
zurückhaltend   bin allein am kreativsten, kann gut zuhören, bin unaufdringlich
diplomatisch friedliebend, rücksichtsvoll, kompromissbereit
verständnisvoll nehme Ängste und Sorgen anderer Menschen ernst

Deine Stärken sind bedeutsamer als deine Schwächen! Deshalb solltest du deinen Vorteilen mehr Aufmerksamkeit schenken. Deine kleinen mangelhaften Seiten solltest du mit Humor nehmen oder soweit kompensieren, dass du nicht unter ihnen leidest bzw. sie dir nicht schaden. Finde also Wege, mit deinen Schattenseiten umzugehen, deine Stärken jedoch zu fördern und vor allem, sie als solche zu akzeptieren!

2. Entdecke deine Werte!

Jetzt, wo du weißt, was deine Stärken und Schwächen sind, kannst du deine Werte fürs Leben bestimmen. Sie geben dir Halt und Standfestigkeit im Leben. Im Grunde hat jeder Mensch Werte, nach denen er seine Entscheidungen trifft. Sind uns diese jedoch nicht bewusst, kann es passieren, dass andere uns leichter manipulieren können. Wenn du nicht weißt, wofür du stehst, bist du beeinflussbar und wirst leicht in eine Richtung abgedrängt, die nichts mehr mit dir zu tun hat. Dann bist du fremdbestimmt und fühlst dich unglücklich, ohne zu wissen, warum das so ist.

Darum ist es besser, sich seine wichtigsten Werte bewusst zu machen. Was ist dir wichtig im Leben? Familie? Gerechtigkeit? Sicherheit? Ehrlichkeit? Lebenslust?

Notiere dir einmal alles, was dich ausmacht. Im Internet findest du einige Listen für einen Überblick verschiedenster Werte; z.B. Wertesysteme.de.

Als nächstes ordnest du sie nach der Wichtigkeit. Was hat für dich oberste Priorität? Was steht an zweiter, dritter, vierter Stelle? Letztendlich zählen vor allem die ersten fünf Werte. Diese solltest du dir bei allem, was du tust und entscheidest, stets vor Augen halten. Nur so kannst du mit dir im Einklang leben.

3. Kultiviere deine Fähigkeiten und Interessen

Du kennst nun deine persönlichen Eigenschaften und Werte. Jetzt lenken wir die Aufmerksamkeit auf deine besonderen Fähigkeiten und Interessen. Tief im Innern wissen die meisten, wohin sie sich gezogen fühlen, was ihre Konzentration bündelt, worin sie aufgehen.

Was ist es bei dir? Schaff dir auch diesmal (am besten in schriftlicher Form) einen Überblick. Je nachdem wie ausgeprägt deine Offenheit ist, kommst du auf ein bis zwei Leidenschaften, in die du tief eintauchst, oder gar auf zehn und mehr Vorlieben, die immer mal wieder wechseln.

Als konservativer Mensch (Offenheit gering ausgeprägt) kannst du es auf deinem Gebiet zur Meisterschaft bringen, denn du neigst dazu, in einer Sache voll und ganz aufzugehen.

Bist du eher intellektuell neugierig (Offenheit stark ausgeprägt), kannst du dich nicht für eine einzige Sache begeistern, sondern bist an vielen verschiedenen Dingen interessiert. Du erlangst dadurch ein breites Wissen auf verschiedenen Gebieten. (Hier kannst du mehr über das Leben mit „zu vielen Interessen“ erfahren)

Nimm es an, wie es ist und mache für dich das Beste daraus. Genieße, was du tust, denn das formt dich zu dem Menschen, der du wirklich bist. Lass dir nicht von anderen einreden, dass das, wofür du dich interessierst, Mist sei. Du willst geliebt werden, wie du bist, also sei der Mensch der du bist!

4. Zeig dich!

Im letzten der vier Schritte geht es darum, alles miteinander zu vereinen, um das zu leben, was dich tief im Innern ausmacht. Ist dir inzwischen aufgefallen, wie einzigartig du bist? Jemanden wie dich gibt es kein zweites Mal! Deine Begabungen zusammen mit deinen Werten und Charaktermerkmalen sind das, was deine Persönlichkeit kennzeichnen und dich so besonders machen. Wenn das kein Grund zum Verlieben ist?!

Jetzt schau nochmal auf deine Fähigkeiten und Interessen. Wie stimmen sie mit deinen Werten überein?

Und wie sieht es mit deinen Charaktereigenschaften aus? Anhand deiner Ausprägung für Offenheit hast du bereits im Schritt 3 gesehen, wie sie die Anzahl und den Tiefgang deiner Vorlieben bestimmt. Deine Gewissenhaftigkeit entscheidet darüber, ob du dir Pläne machst oder die Dinge lieber nach Lust und Laune angehst. Die Extraversion macht dich zu einem Teamplayer oder einem Einzelkämpfer auf deinem Spezialgebiet. Mit dem Grad deiner Verträglichkeit und deines Neurotizismus zeigt sich, wie hartnäckig oder selbstbewusst du an eine Sache herangehst.

Finde deinen Weg! Ich kann dir keine Vorgaben machen, was genau du tun kannst, um dich mit dir in Einklang zu bringen. Aber wenn du dich mit all deinen Stärken und Schwächen liebst, deine Werte lebst und deine Begabungen nutzt, wirst du deinen ganz individuellen Pfad entdecken.

Glücksliste

Du hast deinen Weg gefunden, wenn du

  • die Stärken und Schwächen deiner fünf Charaktereigenschaften als besonders und individuell betrachtest.
  • deine Werte definiert hast und nach ihnen lebst.
  • deine Begabungen und Interessen erkennst und in dein Leben integrierst.
  • dich so liebst, wie du bist und das nach außen auch zeigst.

Die Arbeit an sich selbst ist die härteste. Aber wenn du das gemeistert hast, bist du offen für liebevolle Verbindungen zu deinen Mitmenschen. Hier geht’s weiter mit „Einsam? So wirst du ein wahrer Freund!“

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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