Wie dein Lifestyle das Erbgut verändert

Lifestyle verändert Erbgut

Glaubst du, dass deine Gene unveränderlich sind und über dein Leben bestimmen?

Dann solltest du jetzt weiterlesen: Denn die Epigenetik kommt zu dem Schluss, dass Du durch deine Lebensgewohnheiten deine Gene entscheidend mitveränderst!

Ob du dir zum Frühstück eine Pizza einverleibst oder einen Obstsalat, ob du den Tag auf dem Sofa verbringst oder eine Stunde durch den Wald joggst, ob du von einem Termin zum anderen hetzt oder dir regelmäßige Ruhephasen einplanst – all das entscheidet darüber, welche Gene bei dir aktiviert werden.

Die gute Nachricht: Du bestimmst zu einem gewissen Teil selbst darüber, wie gesund du bist und wie schnell du alterst.

Die schlechte Nachricht: Damit gibt es keine Ausreden mehr, nach dem Motto: „Ich kann nichts für meine ungünstige Veranlagung!“

So beeinflusst du dein Erbgut selbst

Während die Wissenschaft lange Zeit annahm, unser Genom sei ein festgelegter Bauplan, der unveränderlich ist, wissen wir heute, dass unsere Gene im ständigen Wandel sind. Durch unsere Lebensweise nehmen wir Einfluss auf unser Erbgut. Wir sind also keine schicksalsgesteuerten Püppchen, sondern durchaus in der Lage, selbst unsere Erbfaktoren umzuprogrammieren.

Ein Großteil der in den Zellen vorhandenen Gene ist inaktiv. Da in jeder einzelnen Körperzelle sämtliche Informationen für den Aufbau und die Funktionsweise des Organismus enthalten sind, wird so verhindert, dass eine Herzmuskelzelle plötzlich Haarzellen entwickelt. Deshalb werden all die Gene ausgeschaltet, die nicht benötigt werden.

Doch auch durch äußere Einflüsse wie Umweltfaktoren und Lebensstil, werden unterschiedliche Gene aktiviert oder deaktiviert. Lümmelst du beispielsweise jeden Tag Chips essend auf dem Sofa herum, veränderst du die Aktivität deiner Gene ebenso, wie wenn du dich um eine ausgewogene Ernährung bemühst und dich regelmäßig bewegst. Nur sind die Ergebnisse unterschiedlich. Im ersten Fall begünstigst du die Faktoren für den Ausbruch von Krankheiten; im zweiten Fall werden Gene, die für Krankheiten verantwortlich sind, abgeschaltet.

So blockiert zudem das Rauchen jene Gene, die dafür da sind, die Bildung von Krebsgeschwüren zu hemmen.

Auch der Alterungsprozess hängt von epigenetischen Abläufen ab. So wurde bereits festgestellt, dass im Laufe der Jahre Gene aus ihrem Schlummer erwachen, die für alterstypische Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes Typ 2 verantwortlich sind. Daneben bestimmen wir durch unsere Lebensweise selbst, wie schnell wir altern. Forscher haben entdeckt, dass der epigenetische Code eines dauergestressten Menschen dem eines deutlich älteren entsprach, was das Risiko für das frühzeitige Auftreten altersbedingter Erkrankungen erhöhte. Gelassenheit dagegen lohnt sich, denn sie hält die Gene jung.

Was hält deine Gene jung und gesund?

  1. ACHTE AUF EINE GESUNDE ERNÄHUNG! Bestimmte Substanzen in Lebensmitteln sind daran beteiligt, entscheidende Gene an- oder auszuschalten. So wurde beispielsweise festgestellt, dass ein Stoff im Grünen Tee (EGCG) jenes Gen aktiviert, das die Tumorbildung hemmt. Oftmals ist dieses bei älteren Menschen abgeschaltet, sodass die Wahrscheinlichkeit steigt, eine Krebserkrankung zu bekommen.
  2. KOMM IN BEWEGUNG! In Schweden untersuchten Forscher anhand eines Sportprogramms, bei dem die Teilnehmer drei Monate einbeinig auf einem Ergometer radelten, die Veränderungen an den Erbfaktoren. Dabei stellte sich heraus, dass die Muskelzellen des trainierten Beins 4076 positive Veränderungen an den Genen aufwiesen.
  3. GÖNNE DIR GENUG MÖGLICHKEITEN ZUR ENTSPANNUNG! Stress hinterlässt Spuren auf dem Erbgut. Das erhöht die Gefahr an Depressionen zu erkranken und lässt uns zudem auch schneller altern. Meditation hingegen verlangsamt den epigenetischen Alterungsprozess. Das heißt, wir bleiben biologisch gesehen länger jung.
  4. ACHTE AUF DEINE GEDANKEN UND GEFÜHLE! Da auch negative Gedanken oder Gefühle Stress für den Organismus bedeuten und somit ebenfalls deine Gene steuern, solltest du genau beobachten, was du denkst und fühlst. Konzentriere dich auf die Gegebenheiten im Leben, für die du dankbar bist. Das sorgt für Glücksgefühle!
  5. SCHAFFE ORDNUNG IM INNEN WIE IM AUßEN! Wer ein sauberes Zuhause pflegt, beeinflusst automatisch seine Gefühlswelt zum Positiven: Mit Ordnung fühlt man sich einfach wohler, sicherer und damit glücklicher. Außerdem achten ordentliche Menschen mehr auf ihre Ernährung. Sie sammeln auch nicht so viel Ballast an, weil sie eher zum Ausmisten bereit sind. All das wirkt sich positiv auf deine Erbfaktoren aus.
  6. WECHSLE DEINEN ARBEITSPLATZ, FALLS ER DIR ZU SCHAFFEN MACHT! Ein weiterer Stressfaktor kann die Arbeit sein. Wer dort, wo er einen Großteil des Tages verbringt, dauerhaft unglücklich ist, sollte unbedingt die Ursachen dafür definieren und seine Konsequenzen daraus ziehen.

Ungünstige Prägung lässt sich rückgängig machen

Wenn unser Leben durch schlechte Gewohnheiten oder aber von traumatischen Ereignissen auf epigenetischer Ebene negativ geprägt wurde bzw. unsere Vorfahren solch eine Prägung an unsere Gene weitervererbt haben, müssen wir das so nicht hinnehmen. Trotz, dass sich ungünstige Verhaltensmuster oder schicksalshafte Erlebnisse tief in uns eingraben und unsere Lebensweise unbewusst steuern, sind wir dieser Bestimmung nicht hilflos ausgeliefert. Wir können solch einen epigenetischen Codex wieder rückgängig machen, indem wir uns einen ausgeglichenen Lebensstil schaffen. Wenn du die sechs Punkte oben beherzigst, bist du auf einem guten Weg!

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