Ordnung darf sein: Triff eine Entscheidung und bekomme den Haushalt in Griff

Ordnung

Ordnung im Außen vertreibt das Chaos im Kopf.

Im vorherigen Teil dieser Glückspfad-Serie (Wer bin ich? Finde noch heute deine innere Stimme!) hast du dich selbst besser kennen gelernt. Du weißt jetzt, wo du stehst, was dich hierhergebracht hat und hast Verantwortung für dein Hier und Jetzt übernommen. Nicht jeder vermag sich ehrlich seine inneren Schwächen einzugestehen. Das zeigt, du hast Persönlichkeit!

Ein weiterer Schritt, um die Psyche zu stabilisieren, ist, Ordnung im eigenen Wohnraum zu schaffen. Auch dazu gehört es, Verantwortung zu übernehmen. Wenn du eine Familie hast, in der jeder alles stehen und liegen lässt, führe einen Haushaltsplan ein, an den sich jedes Mitglied beteiligen muss. Ein Belohnungssystem könnte da unterstützend wirken: Jeder, der seinen Dienst erledigt hat, bekommt ein kleines Extra, das ihm Freude bereitet (z.B. die eine Portion für den Genuss).

Wenn du partout keine Zeit für Haushaltserledigungen hast oder deine wertvolle Zeit damit nicht verschwenden möchtest, wäre möglicherweise eine Haushaltshilfe etwas für dich. Wobei ich finde, dass der klärende Effekt auf den Geist eher herbeigeführt wird, wenn man die Sache selbst in die Hand nimmt. Nichtsdestotrotz: Ein geordnetes Heim macht allein schon beim Anblick glücklich.

Jeder muss für sich selbst die Entscheidung treffen, wie er es regeln und wie viel Zeit er für den täglichen Haushalt investieren möchte. Darum mach dir klar, was du willst.

Triff die Wahl:

  • A: Ich brauche unbedingt Hilfe im Haushalt!
  • B: Ich habe pro Tag 10-15 Minuten, am Wochenende könnte ich auch mal mehr machen.
  • C: Ich nehme mir gerne jeden Tag 30 Minuten Zeit für den Haushalt. Ich mag es ordentlich.
  • D: Ich kann eine Stunde oder mehr aufbringen, um wirklich alles picobello im Griff zu haben.

Die Entscheidung ist getroffen? Dann lies an der entsprechenden Stelle unten weiter.

A. Ich brauche eine Haushaltshilfe!

Nimm dir einen halben Tag Zeit. Du investierst die Zeit, damit du in Zukunft befreit bist von der lästigen Haushaltsarbeit. Setzte dich an dem ausgewählten Tag hin und überlege dir, ob du eine Putzkraft aus einem Dienstleistungsunternehmen buchen möchtest oder lieber eine Privatperson. Beides hat Vor- und Nachteile

Der Vorteil des Dienstleistungsunternehmens ist es, dass die Firma sich nach Vertragsabschluss um alles kümmert (Abrechnung, Vertretung im Krankheitsfall bzw. für Urlaub). Der Nachteil ist, es könnte für dich teuer werden. Wobei du die Putzkraft von der Steuer absetzen kannst.

Der Vorteil einer privaten Haushaltshilfe ist, du kannst direkt Kontakt zu der Person aufnehmen und mit ihr deine Wünsche abklären. Im Internet, in Tageszeitungen aber auch an schwarzen Brettern in Supermärkten findest du deine potenzielle Putzfrau. Der Nachteil dabei ist, dass du weniger Sicherheit hast, keine Vertretung vorhanden ist, wenn sie ausfällt, und es keine Versicherung gibt.

Schließe einen Vertrag ab!

Damit die passende Kraft gleich weiß, was sie zu tun hat, solltest du einen Plan vorbereiten, wo draufsteht, was zu erledigen ist, wie viel Zeit sie zur Verfügung hat und in welchem Rhythmus sie kommen soll. Eine Proberunde vorab wäre eine gute Idee, um einschätzen zu können, ob sie deinen Wünschen nachkommt. Erst dann sollte es an die Vertragsunterzeichnung gehen. (Vertragsvorlagen kannst du im Internet, z.B. bei der IHK heraussuchen).

Im Vertrag sollten auch die vereinbarten Aufgaben und Bedingungen aufgelistet werden. Außerdem wichtig ist eine Verschwiegenheitsklausel, um sicherzustellen, dass kein Dritter über deine Schrankinhalte informiert wird.

Ebenfalls sinnvoll, ist eine Probezeit zu vereinbaren. Dann kannst du die Zusammenarbeit sofort beenden, falls sie nicht wie erwünscht erfolgt.

Wie sieht es mit dem Gehalt aus? Deine Ordnung sollte dir schon etwas wert sein, denn es sorgt für dein persönliches Wohlbefinden. Unter 10 Euro solltest du deiner Putzfee also nicht zahlen. Und bedenke, dass das Leben in der Stadt noch teurer ist und du dementsprechend mehr geben solltest.

Melde deine Putzkraft an!

Ja, vergiss nicht, deine Haushaltshilfe bei der Minijob-Zentrale anzumelden, um kein Bußgeld zu riskieren und ggf. bei Unfällen abgesichert zu sein.

Nun weißt du, was zu tun ist. Gehe die Sache gewissenhaft an und suche dir eine passende Hilfe für deinen Haushalt. Viel Glück dabei!

Solltest du feststellen, dass das doch nichts für dich ist, hast du immer noch die Möglichkeit zu schauen, ob du nicht wenigstens zehn Minuten für deinen Haushalt freischaufeln kannst.

B. 10-15 Minuten am Tag für Ordnung müssen reichen!

Es gibt stressige Phasen, in denen kaum Zeit für Haushaltsarbeiten bleibt. Oder der Tag gibt einfach nicht mehr Kapazität her und ein bisschen Spaß am Leben möchte man sich ja auch bewahren und nicht die letzten Krümel Freizeit mit Putzen verbringen.

Schaffe dir eine routinierte Aufräum-Runde!

Wenn du dir also 10 bis 15 Minuten für deine Haushaltserledigungen einräumen kannst und mehr nicht, dann befolge diesen Tipp: Mache es dir zur festen Gewohnheit, jeden Tag (z.B. früh nach dem Aufstehen/ vor der Arbeit/ gleich nach der Arbeit/ vorm Schlafengehen…) eine Runde durch all deine vier Wände zu drehen. Dabei stellst du deinen Timer auf die 10 oder 15 Minuten und räumst hintereinander weg alles auf, was herumliegt.

Was ist in diesen Minuten zu tun?

Lüfte die Wohnung, räume alles Herumliegende an seinen Platz, wische Armaturen und Spiegel im Bad sauber, räume Geschirr in den Geschirrspüler, gieße die Blumen, mach das Bett, falls du es nicht gleich nach dem Aufstehen machst, wische grob Staub. Was auch immer du schaffst.

Bei einer Wohnung mag das ausreichen. Hast du ein ganzes Haus zu putzen, wirst du mit dieser kurzen Zeit nicht viel herausholen können. In dem Fall wäre eine Putzkraft wie im Punkt A. vielleicht eine Überlegung wert.

Lass dir helfen!

Hast du noch andere Bewohner, die dir helfen können? Dann solltest du sie dazu verpflichten, wenn sie das noch nicht tun! Wenn jeder 10 bis 15 Minuten Zeit opfert (und das gilt ebenso in einer kleinen Wohnung!), habt ihr schon 20 bis 30 Minuten, wenn ihr zu zweit seid. Macht euch also einen Plan, wer für was verantwortlich ist.

Ihr könnt euch z.B. die Räume aufteilen, so dass jeder für die Ordnung bestimmter Zimmer zuständig ist. Das kann wöchentlich wechseln oder ihr behaltet es bei, wie es euch beliebt. Oder ihr teilt euch die Etagen ein – einer macht die obere und der andere die untere. So erkennt man zudem deutlicher, wer seine Aufgabe erfüllt hat und wer nicht. 😉

Mit dieser Methode erhältst du wenigstens deine Grundordnung, selbst wenn du wenig Zeit hast. Wenn du zudem am Wochenende etwas gründlichere Arbeiten verrichten kannst, solltest du das tun. Es müssen hin und wieder eben doch mal Fenster geputzt, ein paar Schubladen entrümpelt und Betten frisch bezogen werden.

Wenn es ausreichend ist, dass einer die Aufräumrunde durch alle Zimmer macht, könnt ihr es auch so organisieren, dass der andere die gründlicheren Arbeiten verrichtet. Dafür nimmt er sich jeden Tag einen Raum vor. Lies dazu den nächsten Punkt.

C. Mit 30 Minuten am Tag zu gründlicherer Sauberkeit!

Hast du 30 Minuten am Tag, die du deinem Haushalt widmen möchtest, ist das natürlich umso besser. Teile dir dafür Tagesräume ein. Je nachdem, wie viele Räume du hast, solltest du einen bis zwei am Tag sauber machen (entsprechend 15 bis 30 Minuten pro Zimmer).

Nehmen wir sechs Tage (denn ein Tag dient der Erholung): Teile nun jede Räumlichkeit den jeweiligen Tagen zu. Am besten machst du das schriftlich, damit du den Überblick behältst.

Dann geht’s auch schon ans Aufräumen. Ein Beispiel:

Im Wohnzimmer

  • Pflanzen gießen
  • Geschirr, Flaschen und Müll wegräumen
  • Klamotten aufräumen
  • Sofas, Sessel und Tische in Ordnung bringen
  • Papierkram einsortieren
  • Aufräumen, was sonst noch herumliegt
  • Oberflächen grob abstauben
  • Fußboden kehren, saugen oder wischen

Somit schaffst du dir schon eine Wohlfühlatmosphäre.

Schau außerdem, dass du nach Benutzung alles wieder zurück an seinen Platz bringst, um nicht zusätzlich Unordnung zu machen.

D. Mit mindestens einer Stunde am Tag den Haushalt im Griff!

In einer Stunde ist viel zu schaffen. Teile die Zeit durch drei. Dann hast du jeweils 20 Minuten (bzw. 15, um Puffer einzuplanen) für eine Aufräumrunde (siehe B.), die Tagesräume (siehe C.) und noch gründlichere Aufgaben, womit ich mich in diesem Abschnitt beschäftige.

Um einen Plan für die ansonsten anstehenden Putzarbeiten zu erstellen, gehe einmal mit Zettel und Stift durch jeden Raum und notiere dir, was ansteht.

Beispiel Bad:

  • Badvorleger waschen
  • Fenster putzen
  • Haarschmuck, Schminke und Pflegeprodukte sortieren und ausmisten
  • Elektrische Kleingeräte pflegen
  • Fliesen und andere Oberflächen abwischen
  • In den Schränken ausmisten und reinigen
  • Mülleimer ausspülen

Dann schreibst du jeweils dahinter, wie oft du die Reinigungsarbeit ausführen möchtest (z.B. alle sechs Wochen, vierteljährlich, alle vier Monate, halbjährlich, einmal im Jahr). Jeder hat sein eigenes Empfinden dafür, wie häufig etwas gesäubert werden sollte. Mit dieser Liste arbeitest du dir einen Plan für das Jahr aus. Du kannst dir alles bereits in deinen Kalender eintragen, dass du die Aufgaben im Überblick behältst.

Wenn dir das zu viel Aufwand ist, kannst du die Aufgaben-Liste auch in deinen Kalender heften ohne den Zeitrhythmus. Und je nach Tagesraum, wählst du eine dieser Arbeiten aus, bei denen du das Gefühl hast, das könntest du heute mal angehen.

Wenn es dir schon zu viel Mühe ist, die Liste überhaupt anzufertigen, habe ich einen Tipp für dich, der mir selbst hilft, meine Wohnung in Ordnung zu halten: Mit NiKis Putzkalender hast du einen fertigen Plan in der Hand, der dir die anstehenden Haushaltsarbeiten in einem gut funktionierenden Rhythmus serviert.

Ein Hinweis zum Entrümpeln

Wenn du Schränke, Regale, Schubladen, was auch immer ausmistest, dann erliege nicht dem Glauben, etwas vielleicht noch einmal gebrauchen zu können, wenn du es seit mindestens einem Jahr nicht benutzt, oder noch schlimmer, erst beim Entrümpeln wiederentdeckt, aber nie vermisst hast. Gib es weg oder entsorge es! Es belastet die Seele auf unbewusste Art.

Du entrümpelst, weil du Platz schaffen willst! Räume also alles raus und lasse jeden einzelnen Gegenstand durch deine Hand gehen, ehe du ihn wieder einsortierst. Es gibt zwei Fragen, von denen du mindestens eine mit „Ja!“ beantworten musst, um das Teil zu behalten:

  • Macht es mich glücklich?
  • Würde ich es nachkaufen?

Es ist befreiend, einen Berg Ballast loszuwerden. Es schafft Raum für Neues. Dinge, die uns wirklich etwas bedeuten, gehen nicht mehr im Gerümpel unter.

Eine Entrümpelungsaktion ist ein Schritt der Persönlichkeitsentwicklung. Es trainiert die Fähigkeit, sich von Unnützen oder Ungeliebten zu trennen. Genau darum geht es in einem glücklichen Leben: Ersetze das, was dich bedrückt oder unzufrieden macht, durch etwas, das dir Freude schenkt.

***

Auch die Zeit spielt eine wichtige Rolle. Wir wissen nie, wie viel uns davon noch bleibt. Da wollen wir diese Kostbarkeit nicht verschwenden. Für jeden hat der Tag 24 Stunden. Ziehst du deine Schlafenszeit ab, bleibt nur noch etwa zwei Drittel davon übrig. Füllst du jeden Moment mit Aktivitäten, die dir Gutes tun? Oder hast du das Gefühl, die Stunden rasen dir nur so davon? Genau wie beim Aufräumen – und da sind wir wieder bei der Verantwortung –, musst du für dich entscheiden, mit was du deine Lebensdauer füllen willst. Lässt du dich von den Umständen leiten oder gestaltest du dein Leben selbst? Letzteres ist der Abzweig zum Glücksempfinden!

Darum nehmen wir beim nächsten Schritt auf deinem Glückspfad den größten Zeitfresser unter die Lupe: deine Arbeit.

Glücksliste

Doch erstmal bekommst du deinen Haushalt in den Griff!

  • Triff die Wahl:
    • A. – eine Haushaltshilfe
    • B. – täglich 10-15 Minuten Zeit zum Aufräumen
    • C. – täglich 30 Minuten Zeit zum Aufräumen
    • D. – täglich eine Stunde Zeit zum Aufräumen

            A:                   

  • Schreibe einen Haushalts-Plan. Was soll wie oft in welcher Zeit verrichtet werden?
  • Suche eine Haushaltshilfe im Dienstleistungsunternehmen oder privat
  • Lass sie möglichst Probearbeiten
  • Mach für die private Haushaltshilfe einen Vertrag fertig (Aufgaben, Bedingungen, Verschwiegenheitspflicht, Probezeit, Gehalt)
  • Melde die private Haushaltshilfe bei der Minijob-Zentrale an

B:

  • Gehe täglich für 10-15 Minuten eine Aufräumrunde durch die Wohnung
  • Wenn du Mitbewohner hast, teilt euch die Räume/ Aufgaben ein

C:

  • Teile die verschiedenen Räume entsprechenden Tagen zu (vergiss z.B. Keller, Dachboden, Garage nicht!)
  • Bringe täglich einen der Räume in Ordnung

D:

  • Gehe täglich eine ca. 20-minütige Aufräumrunde durch die komplette Wohnung
  • Bringe zusätzlich ca. 20 Minuten Zeit für die Ordnung in den jeweiligen Tagesräumen auf
  • Erstelle einen Putzplan fürs Jahr, um gründlichere Reinigungsarbeiten einzuteilen oder organisiere dir einen solchen
  • Nutze weitere 20 Minuten täglich, um eine Aufgabe des Jahres-Putzplans zu erledigen

Bild von hency Xu auf Pixabay

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