Glücksritual im Herbst: Ein Wald mit guten Wünschen

Glücksritual: Ein Wald mit guten Wünschen

Die Eiche gilt seit jeher als das Symbol des Lebens. Sie ist die Königin unter den Bäumen, wohl wegen ihres imposanten Wuchses und ihres beträchtlichen Alters, das sie erreichen kann. Außerdem weiß sie sich Zeit zu nehmen. Sie ist nie in Eile. So lässt sie auf ihre erste Blüte Jahrzehnte warten. Vor meinem Fenster wächst ein solcher Baum. Und zum ersten Mal hat sie dieses Jahr Früchte getragen. Mit welchem Glücksritual ich das gefeiert habe, davon erzähle ich dir in diesem Beitrag.

Jeden Tag, wenn ich von der Couch aus dem Fenster blicke, sehe ich die prachtvolle Krone einer stolzen Eiche. Dieses Frühjahr blühte sie zum ersten Mal und beschenkte uns mit reichlich Eicheln im Herbst. Doch ein bisschen bedauerten wir, dass ihre Mühe umsonst gewesen sein sollte. Denn an diesem Standort werden die Eicheln kaum gedeihen können. Spätestens wenn im Frühjahr die Rasenflächen um den Baum herum abgemäht werden, wäre es das Aus für die Nachkommen dieser schönen Eiche.

So kamen mein Mann und ich auf die romantische Idee, ein paar ihrer Früchte einzusammeln und in unseren Lieblingswald zu bringen, der nur wenige Gehminuten entfernt ist. Doch es wäre keinen Beitrag wert, wenn wir nicht ein kleines Glücksritual daraus gemacht hätten.

Grundsätzlich ist es lebensnotwendig, ab und zu innezuhalten. Gerade wenn wir im Alltag das Gefühl haben, dass es selbst der Zeit zu stressig mit uns wird und sie immer schneller davon flieht. Dann kann uns die Langsamkeit der Bäume daran erinnern, selbst einen Gang runterzuschalten. Wir wissen doch alle, es verheißt nichts Gutes, wenn die Zeit sich von uns losreißen will.

Deshalb hilft es, wieder etwas Raum zu schaffen, damit sich auch die Zeit wieder müßig zu uns gesellt.

Ein Glücksritual für einen Wald mit guten Wünschen

Unsere Absicht war es nun, jede gesammelte Eichel mit einem guten Wunsch zu bedenken, bevor wir sie im Erdreich des Waldes verbuddeln. Die Wünsche galten den Menschen, die wir lieben, sowie der restlichen Welt und all ihren Bewohnern.

Um uns in die richtige Stimmung für dieses Glücksritual zu bringen, begannen wir mit einer Metta-Meditation. Diese Art der Meditation öffnet das Herz und füllt es mit Wohlwollen und Freude.

Mit diesem glücklichen Gefühl in der Brust gingen wir anschließend hinunter zu unserer Eiche und setzten uns zum ersten Mal auf die Bank unter ihrer Krone. Die Sonne leuchtete an diesem Nachmittag goldig durch ihre erröteten Blätter. Ein göttlicher Anblick!

Im nächsten Moment landete ein Specht auf dem Ast über uns. Wir schauten zu ihm auf, er schaute zu uns herunter. Dann lachte er mehrmals und flog davon.

Ich begann damit eine Handvoll Eicheln vom Boden aufzulesen. Mister Schwarze allerdings sah vor lauter Laub keine einzige: „Wo findest du die ganzen Eicheln? Ich sehe überhaupt keine!“ Nachdem er das mehrmals gesagt hatte, warf ihm die stolze Eiche eine ihrer Früchte direkt auf den Kopf.

Sie schien ein bisschen gekränkt. Immerhin hat sie das ganze Jahr hart dafür geschuftet. Und dann will er sie nicht sehen?! Der Boden lag jedenfalls voll mit ihnen. Jetzt, da ihm die kecke Eiche die Augen dafür geöffnet hat, sammelte er auch fleißig. Und nachdem wir beide genug aufgelesen hatten, spazierten wir in unseren Wald.

Dort suchten wir ein geeignetes Plätzchen, wo die Erde schön feucht und locker war. Nachdem wir alle Eicheln mit guten Wünschen an verschiedenen Stellen etwa zwei Zentimeter tief in die Erde gesteckt haben, waren wir beide erfüllt mit Glückseligkeit.

Die Wirkung

Ob sich aus den Eicheln kleine Bäume entwickeln werden, das wird sich zeigen. Aber mir gefällt die Vorstellung, dass, wenn wir dieses Glücksritual jedes Jahr wiederholen, irgendwann ein Wald voller guter Wünsche entsteht.

Inspiriert zu dieser Übung, die wir ein bisschen abgewandelt haben, hat mich übrigens die Autorin Ulli Felber. In ihrem Buch „Waldbaden im Jahreskreis“ befindet sich eine Übung mit dem Namen „Wald der guten Wünsche“. Eine tolle Idee, die ich gleich aufgreifen musste!

Denn:

📌 Anderen etwas Gutes zu wünschen, entfaltet die größte Freude im eigenen Herzen.

Probiere es gerne selbst aus! Warum nicht jetzt sofort? Wünsche anderen etwas Gutes. Und bedenke auch diejenigen, die du am liebsten zum Mond schießen möchtest.

Wenn dir das nicht gelingt, probiere doch gerne eine geführte Metta-Meditation mit Anika Henkelmann aus. Sie öffnet dein Herz für alle Lebewesen dieser Welt.

Und vielleicht hast du danach ja noch Lust, im Wald oder Stadtpark eine Runde zu gehen, um das Glücksgefühl vollständig auszukosten oder sogar zu verstärken.

Oder du machst wie ich ein Ritual daraus. 🙂

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