Warum du schlechte Menschen nicht loswerden musst

Warum du schlechte Menschen nicht loswerden musst

Schlechte Menschen schlagen uns schon mal auf den Magen. Zumindest mit ihren Worten, die wir noch Stunden später gedanklich wiederkäuen. Oder ihr feindseliges Verhalten bekommt uns einfach nicht. Trotzdem musst du sie nicht loswerden. Vier Strategien machen dir den Umgang mit diesen Quälgeistern erträglicher. Dabei wächst du sogar über sie hinaus!

Eines Morgens saß Friederike Müller wegen Übelkeit beim Arzt. Er fragte sie: „Haben Ihnen die Medikamente denn nicht geholfen? Sie sind nun schon das fünfte Mal wegen dieser Beschwerden bei mir.“ Sie schüttelte den Kopf und sagte: „Hätten Sie vielleicht ein Mittelchen gegen schlechte Chefs?“

Es gibt Menschen, die uns so unerträglich erscheinen, dass wir sie am liebsten aus unserem Leben streichen möchten. Doch wenn wir jemanden loswerden wollen, bleibt als einzig moralisch vertretbare Möglichkeit, ihnen aus dem Weg zu gehen.

Leider ist das schwierig, wenn es sich bei dem Stinkstiefel um den Chef oder Kollegen handelt. In diesem Fall raten uns Freunde und Bekannte: „Lass das nicht mit dir machen! Such dir was Neues! Kündige endlich!“

Doch was ist das Resultat dieses Ratschlags, wenn du ihn denn befolgst?

Mit etwas Glück bekommst du einen freundlichen Chef mit netten Kollegen. Ist das Glück nicht auf deiner Seite, flüchtest du von einem Job zum anderen. Es gibt nun mal keine legalen Mittelchen gegen Leute, die dir jeden Tag die Tür zur Psycho-Hölle öffnen.

Ein Leben auf der Flucht ist aber nicht gerade ein glückliches, nicht wahr?

Du kannst es ein-, zweimal probieren. Wenn es nicht klappt, den schwierigen Menschen zu entgehen, dann muss eine andere Lösung her. Ansonsten erleidest du dauerhaft einen seelischen Schaden.

Schlechten Menschen entkommen zu wollen ist schließlich wie vor Problemen wegzulaufen. Sie holen dich immer wieder ein. Deshalb ist es besser, sich zu wappnen!

4 Strategien im Umgang mit schlechten Menschen

Hör auf unangenehmen Zeitgenossen entfliehen zu wollen! Und versuche schon gar nicht, sie mit denselben Waffen zu bekämpfen. Denn auf beide Weisen schwächst du nur dich selbst.

Ohne Frage ist wegzulaufen oder gegen jemanden anzukämpfen auf Dauer sehr ermüdend. Außerdem bleibst du dadurch angreifbar. Wenn du deine Energie nicht besser zu nutzen weißt, dann kannst du das so machen. Ansonsten gibt es bessere Lösungen.

Ich tendiere dazu, die ungute Erfahrung als Lektion zu betrachten. Sobald ich begriffen habe, wie ich mit dem schlechten Verhalten einer Person am besten umgehe, prallen Boshaftigkeiten und Intrigen an mir ab wie Flummis an einer Wand. Sie können mich nicht mehr im Innern treffen.

Dafür habe ich vier Strategien, die mir im Umgang mit schlechten Menschen helfen:

1. Das schlechte Verhalten analysieren

Als Erstes ist mir wichtig zu erkennen, warum sich jemand unverschämt verhält. Hat der Unruhestifter vielleicht einen schlechten Tag? Belasten ihn Sorgen? Ist er womöglich unfähig, Lösungen für Probleme zu finden, was er an mir auslässt?

Oft haben kleine Feindseligkeiten nichts mit uns persönlich zu tun. Das Gegenüber ist einfach unzufrieden mit irgendetwas und weiß nicht anders damit umzugehen, als auch anderen die Laune zu verderben.

Wenn du das verstehst, wirst du dich auf Sticheleien gar nicht erst einlassen. Was du empfindest, ist Mitleid für seine unbeholfene Art, mit Problemen umzugehen.

2. Innere Stärke entwickeln

Natürlich hat niemand Lust darauf, immer den Sündenbock für andere zu spielen. Denn es zieht ganz schön runter.

Um uns aber nicht den ganzen Tag vom schlechten Verhalten anderer verderben zu lassen, brauchen wir eine Strategie, die uns innere Stärke verleiht.

Dafür habe ich mir Gewohnheiten angeeignet, die mich schnell zurück in meine Mitte bringen. Dazu zählen Yoga, Meditieren und das zu Fuß gehen (am besten durch den Wald). Dabei kann ich wunderbar abschalten beziehungsweise meine Gedanken sortieren.

Gerade die eigenen Gedanken sind es, die uns vergiften, wenn wir eins auf den Deckel bekommen haben. Wir ärgern uns einerseits über die Person, welche ihre verbalen Aggressionen über uns ausgeschüttet hat. Andererseits zerfleischen wir uns selbst, weil wir nicht so reagiert haben, wie wir es uns im Nachhinein wünschen. Das zeugt nicht gerade von einem hohen Selbstwertgefühl.

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3. Den richtigen Umgang mit schlechten Menschen trainieren

Meine Tante ist die Sorte Mensch, die Genugtuung darin findet, andere bloßzustellen. Als Teenager war mir deshalb jede Familienfeier, in der sie anwesend war, ein Grauen. Ich schien ihr liebstes Opfer gewesen zu sein, weil ich nicht schlagfertig genug war, um mich gegen ihre Schikanen zu wehren.

Eines Tages zog sie mich mal wieder auf und erfreute sich am Gelächter der anderen. Doch diesmal blickte ich direkt in ihr spöttisches Grinsen, hinter dem sie ihre Minderwertigkeitsgefühle verbarg. Im ruhigen Ton sprach ich aus, was ich schon längst in ihrer boshaft albernen Art erkannte: „Clowns sind im Innern tieftraurige Menschen.“

Jetzt bekam sie auf einmal kein Wort mehr heraus. Unfassbar. Das Mäuschen hatte sich zur Wehr gesetzt! Seitdem hatte ich meinen Frieden.

Clownsgesicht
(Bild von Pixabay*)
Manche maskieren mit einem albernen Clownsgesicht die Tränen ihrer unglücklichen Seele

Wenn wir durchschaut haben, wie der Mensch hinter seiner Fassade wirklich tickt, können wir ihm den Spiegel vorhalten. Suchen wir jedoch immer gleich das Weite, sobald es unangenehm wird, verpassen wir diesen Trumpf.

Deshalb lass dich von schlechten Menschen weder zur Flucht noch zum Angriff reizen. Analysiere, bau dich innerlich auf und dann wird der Moment kommen, in dem du über den Schikaneur hinauswachsen kannst. Auf deine eigene Weise. Ganz ohne Beleidigungen.

4. Mich selbst hinterfragen

Als Jugendliche in meiner Selbstfindungsphase habe ich nach Zugehörigkeit gesucht wie viele Gleichaltrige auch. Doch sobald ich mich einer Gruppe von Leuten angeschlossen hatte, fühlte ich mich unwohl. Also trat ich jedes Mal wieder aus dem mir zu engen Kreis aus.

Ich mochte nie die Dynamiken, die sich innerhalb einer Gruppe entwickeln konnten. Um es einfach auszudrücken: Andersdenkende waren schlecht und wurden ausgeschlossen. Alle in der Gruppe zählten zu den Guten.

Genauso denken wir aber auch als Individuen. Wenn wir uns für gut halten, dann nur, weil wir andere schlecht beurteilen. Wir brauchen ein Feindbild, um uns zu beweisen, dass wir gute Menschen sind. Und sei es der Nachbar, der seinen Müll nicht trennt wie wir.

Wir alle haben vorbildliche Seiten in uns. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass sich auch in uns Seiten befinden, die das eben nicht sind.

Insbesondere weil wir über unsere schlechten Seiten großzügig hinwegsehen, betrachten wir uns als gut. Dasselbe geschieht aber auch, wenn wir uns auf das Gute in anderen konzentrieren: Wir werden nur noch von angenehmen Menschen umgeben sein, weil wir dem Schlechten in ihnen nicht mehr so viel Aufmerksamkeit schenken.

Letztendlich ist niemand perfekt. Und das sollten wir auch nicht erwarten – weder von uns selbst noch von anderen.

Fazit: Schlechte Menschen bringen dich weiter!

Vermeintlich schlechte Menschen sind deine besten Lehrer im Leben. Deshalb nutze ihre Gegenwart als deine Erfahrung, um an ihnen zu wachsen!

Denn sie helfen dir,

  • deine Menschenkenntnis zu erweitern,
  • innere Stärke zu entwickeln,
  • selbstbewusster zu agieren sowie
  • den Blick auf dich selbst zu hinterfragen. Damit du kein schlechter Mensch für andere wirst.

Du musst sie also nicht loswerden, um ein gutes Leben führen zu können. Ebenso wenig musst du die Flucht ergreifen. Sie holen dich so oder so immer wieder ein.

📌 Wenn dir schlechte Menschen begegnen, wachse über sie hinaus. Du schaffst das. Weil Menschen, die andere klein halten wollen, nur sich selbst klein halten. – Dein Vorteil, nutze ihn!

Und wenn du dir wünschst, von guten Menschen umgeben zu sein, suche das Gute in jedem!

Welche Erfahrungen hast du mit „schlechten“ Menschen gemacht? Woher nimmst du deine innere Stärke, um dich davon nicht unterkriegen zu lassen? Wie reagierst du auf Schikane? Und fällt es dir schwer, auch gute Seiten in jemanden zu finden, der sich gemein verhält? Berichte mir gerne in den Kommentaren darüber!


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* bearbeitet durch Autorin (aus Bild 1 & 2)

❤️ Vielen Dank fürs Lesen und Teilen:

2 thoughts on “Warum du schlechte Menschen nicht loswerden musst

  1. Sabrina says:

    Hallo Annabel,

    was für ein schöner Artikel! Ich finde es toll, dass du dich dem allgemeinen „Schmeiße alle negativen Menschen aus deinem Leben“-Mantra in der Persönlichkeitsszene widersetzt. Damit konnte ich mich auch nicht anfreunden, und finde deinen Ansatz viel schöner und nachhaltiger. Und ich habe wieder eine Gemeinsamkeit zwischen uns gefunden: Ich habe mich auch immer unwohl in Gruppen gefühlt, und habe mich früher oder später selbst daraus entfernt (gewollt und ungewollt). Klingt es komisch, wenn ich schreibe, dass ich es „angenehm“ finde, dass es dir auch so ging?

    Eine Kleinigkeit will ich noch ergänzen: Ich habe für mich festgestellt, dass Akzeptieren von mir selbst und wie ich in den jeweiligen Situationen bin, extrem viel bringt. Das löst zumindest bei mir viele Verkrampfungen. Und wenn mir halt wieder nichts Schlagfertiges einfällt oder ich „dumm“ dastehe: So what?

    Viele liebe Grüße und ich freue mich auf weitere Artikel!

    Sabrina

    • Annabel says:

      Hallo Sabrina,

      danke für deine lieben Worte!

      Durch Gemeinsamkeiten fühlt man sich verstanden. Deshalb freue ich mich, dass du Gemeinsamkeiten zwischen uns entdeckst. 😊

      Außerdem sprichst du mit dem Akzeptieren etwas Wichtiges an. Diese Fähigkeit entwickelt sich nämlich aus einem Lernprozess heraus. So ein Lernprozess fände jedoch nicht statt, wenn wir vor Negativität sofort fliehen würden. Indem wir uns ihr stellen, suchen wir bewusst oder unbewusst nach Lösungen, um damit zurechtzukommen. Und Selbstakzeptanz ist eine solche Lösung.

      Werte dich aber bitte nicht als „dumm“ ab! Nicht schlagfertig zu sein, ist nicht dumm. In manchen Situationen kann Schweigen sogar die stilvollere Art der Kommunikation sein. 😉

      Ich freue mich, auch von dir weiterhin zu lesen!

      Herzliche Grüße

      Annabel

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