Ziellos glücklich? So gelingt dein Leben ohne Ziel!

Ziellos glücklich: So gelingt ein Leben ohne Ziel

Ziellos zu sein und dabei glücklich durchs Leben zu schwingen, ist eine Lebenskunst, die gelernt sein will. Denn ohne Ziel besteht die leise Gefahr, sein Leben zu vermasseln. Aber Ziele zu verfolgen ist auch nicht ungefährlich. Mit der 4-Schritte-Anleitung in diesem Beitrag erfährst du, wie dir dein Leben ohne Ziel gelingt.

Zum Glück ging nie in Erfüllung, was ich mir als Sechzehnjährige erträumt hatte. Denn was ich mir damals so sehnlichst wünschte, stimmt nicht mit dem überein, wer ich heute sein will.

An dem Punkt, an dem ich mich im Augenblick befinde, fühle ich mich mehr denn je mit mir im Einklang. Das Leben führte mich dahin, wo ich mich zum jetzigen Zeitpunkt am wohlsten fühle.

In meinen intensivsten und schönsten Lebensabschnitten habe ich mich von meinen Impulsen leiten lassen. Sie haben mich zwar nicht zu einer Frau gemacht, die in einer prunkvollen Villa mit Bediensteten lebt und die außerhalb von dieser von Paparazzi gejagt wird. Dafür führten sie mich in ein Leben mit einem liebevollen Partner an meiner Seite und zu der Freiheit, so oft wie möglich die Dinge zu tun, die ich liebe.

Wäre ich die geworden, die ich als Teenager im Sinn hatte, wäre ich gewiss sehr unglücklich geworden.

Wieso glauben wir, dass Ziele uns glücklich machen?

1. Vielleicht denkst du, ohne Ziel verlierst du dich selbst aus den Augen.

Ich frage dich:

  • Ernährst du dich noch ausgewogen und gesund, während deine Deadline näher rückt?
  • Hast du dann noch Zeit, dich ausgiebig an der frischen Luft zu bewegen?
  • Gönnst du deinem Körper und Geist eine Auszeit, wenn deine wichtigen To-dos noch nicht erledigt sind?

Die meisten Menschen übergehen in stressigen Phasen, die das Erreichen von Zielen mit sich bringt, ihr Hungergefühl. Oder sie stopfen sich nebenbei ein paar Kekse, eine Pizza oder andere ungesunde Lebensmittel in den Schlund, um keine Zeit in der Küche und mit Kauen zu verlieren.

Aus demselben Zeitdruckgefühl kommt oft auch die Bewegung zu kurz (wenn das angestrebte Ziel nicht gerade der Marathon ist). Denn Ziele sind meist so terminiert, dass man in möglichst kurzer Zeit viel erreichen kann. Wir sollen schließlich wachsen, das darf ruhig ein bisschen wehtun.

Und dann kommt das Abschalten nach getaner Arbeit? Von wegen! Oftmals kreisen die Gedanken um die Liste der noch offenen Punkte. An Entspannung ist kaum zu denken. Der Kopf lässt sich nicht abstellen, ehe nicht alles abgehakt ist. Die Sorge, sich zu verzetteln, kann enormen Druck aufbauen.

Wer nicht achtgibt, vernachlässigt auf dem Weg zu seinen Zielen wichtige körperliche und seelische Bedürfnisse. Man verliert sich selbst aus den Augen.

2. Du glaubst, dein Leben wird fremdbestimmt sein, wenn du es nicht in die Hand nimmst.

Ziele entstehen oftmals aufgrund von Vergleichen mit anderen.

Schon in der Schule sehen wir anhand der Noten, wo wir leistungsmäßig stehen.

War ich diesmal besser als meine Banknachbarin Claudia? Wie schaffe ich es im nächsten Schuljahr Fritz‘ Notendurchschnitt zu übertreffen? Wenn ich in der nächsten Klassenarbeit mindestens eine 1 bekomme, dann schaffe ich meine 2 auf dem Zeugnis und meine Eltern sind zufrieden.

(Bild von Pixabay*)
Oftmals wollen wir andere mit dem Erreichten beeindrucken, um Anerkennung zu erfahren

Im Beruf erzählt uns der Lohnzettel, wie erfolgreich wir uns fühlen dürfen.

Hab ich mehr, bin ich mehr. Und weil niemand meinen Lohnzettel sieht, kann ich auch so tun, als hätte ich ein höheres Einkommen. Ich nehme mir Kredite, dann wirke ich immerhin nach außen erfolgreich. Weiß ja keiner, dass ich abends vor Geldsorgen nicht einschlafen kann.

Die meisten Ziele, die wir uns stecken, gelangen von außen in unseren Lebensplan. Das heißt, wir wollen andere von unseren Leistungen überzeugen. Wir möchten den Erwartungen anderer entsprechen. Oder wir wünschen uns mehr Anerkennung durch die anderen.

Der Erfolg, den wir uns wünschen, hat mehr mit den anderen zu tun als mit uns selbst. Ist das nicht fremdbestimmt?

3. Du bist davon überzeugt, du wirst ohne Ziel nie irgendwo ankommen.

Und ob du irgendwo ankommen wirst! Das hängt nicht von einem festgelegten Ziel ab. Du kommst auch ohne ein Ziel an. Der Mensch entwickelt sich im Laufe seines Lebens nun mal weiter.

Eine Zielvorgabe legt nur fest, wo genau du ankommen sollst. Es sagt nichts darüber aus, ob du tatsächlich dort ankommen wirst. Und es sagt erst recht nicht aus, ob du mit dem Erreichten zufrieden sein wirst. Denn meistens hält das Glücksgefühl nur so lange an, bis das nächste Ziel auf dem Plan steht.

Abgesehen davon erreichen laut einer Studie der University of Scranton 92 Prozent ihre Vorsätze nicht. Wenn wir davon ausgehen, dass erreichte Ziele uns glücklich machen, trifft dies nur auf 8 Prozent derer zu, die sich Ziele gesetzt haben. Der Rest dürfte ziemlich frustriert sein.

Ich denke, die Quote der Zufriedenheit liegt bei den Ziellosen höher. Denn sie machen sich keine Vorstellung von dem, was sie einmal erreicht haben müssen. Sie tun das, was sie am heutigen Tage erfüllt und blicken stets auf ein glückliches Leben zurück. Ob sie ihre Wände mit Gold und Marmor verzieren oder in einem alten Bauernhäuschen leben, es spielt keine Rolle.

Von gesellschaftstauglichen Erfolgen hängt die Zufriedenheit zielloser Menschen nicht ab!

Wie gelingt ein glückliches Leben ohne Ziel?

Zunächst möchte ich zwischen zwei Arten von Ziellosigkeit unterscheiden, damit es keine Missverständnisse gibt. Ich nenne sie die negative Ziellosigkeit und die positive Ziellosigkeit.


Negative Ziellosigkeit zeichnet sich aus durch:

Positive Ziellosigkeit zeichnet sich aus durch:

– Den Tag vertrödeln
– Fremdbestimmtheit
– Kein Sinn im Leben
– Kein Selbstvertrauen
– Antriebslosigkeit
– Langeweile
– Freudlosigkeit

– Gute Gewohnheiten
– Selbstbestimmtheit
– Leben im Augenblick
– Vertrauen in den Lebensfluss
– Freude am Tun
– Abwechslung
– Heiterkeit

macht unglücklich!

macht glücklich!

Um also von einem gelingenden Leben im Zusammenhang mit Ziellosigkeit zu sprechen, ist immer die positive Ziellosigkeit gemeint.

Anleitung zum Glücklichsein ohne Ziel

Schritt 1: Entdecke die Themen deines Lebens!

Spüre in dich hinein und frage dich, was dich lebendig fühlen lässt. Was tut deiner Gesundheit gut? Wer sind deine wichtigsten Menschen? Und wofür interessierst du dich? Überlege, was du in dein Leben integrieren möchtest und was es aktuell gibt, für das du deine Zeit nicht mehr hergeben möchtest. Notiere es dir für eine bessere Übersicht.

🔗 Um deine Lebensrollen zu definieren und dabei in Einklang mit den 3 Säulen des Glücks zu kommen, hilft dir dieser Beitrag weiter: Was will ich? Entdecke die Themen deines Lebens!

Schritt 2: Wähle, was dir besonders wichtig erscheint!

(Bild von Pixabay)
Was ist dir im Leben wichtig?

Picke dir aus deinen Aufzeichnungen aus Schritt 1 ein Thema heraus, das dir momentan besonders am Herzen liegt. Nun geht es darum, es in dein alltägliches Leben zu integrieren. Überlege deshalb, wann und wie oft du Zeit dafür benötigst. Und was du in dieser Zeit konkret tun möchtest.

Beispiel aus meinem Leben:

Mein Herzensthema ist das Schreiben an diesem Blog. Dafür nehme ich mir in der Regel früh vor der Arbeit zwischen 5 und 7 Uhr Zeit. Dadurch entsteht jede Woche ein neuer Beitrag. Das ist eines meiner Glücksrituale, die mich schon morgens fröhlich in den Tag starten lassen. Und ich baue mir meinen Tag aus vielen solcher zusammen!

Schritt 3: Entwickle eine neue Gewohnheit!

Gute Gewohnheiten leben von ihrer Regelmäßigkeit. Entweder trägst du sie zu festen Zeiten in deinen Terminkalender ein (wie ich mit meiner Schreibzeit). Oder du führst einen Gewohnheiten-Kalender, bei dem es egal ist, zu welcher Zeit du deine Glücksaufgabe absolvierst. Hauptsache, du machst sie täglich (beziehungsweise in dem Rhythmus, der dir sinnvoll erscheint).

🔗 Rebecca vom Blog frei-mutig.de zeigt dir, wie du einen Gewohnheiten-Kalender führst und welche 3 Vorteile er hat. Außerdem bietet sie dir einen solchen Kalender zum Download an.

Wichtig ist, darauf zu achten, dass deine Gewohnheiten auch wirklich zu einer guten Stimmung beitragen. Womit du dich ewig herumquälst, gehört nicht in dein glückliches Leben!

Schritt 4: Have-done ist dein To-do!

Anstatt To-do-Listen abzuarbeiten, schreibe dir am Abend eine Have-done-Liste. Das ist viel motivierender, denn du siehst, was du erreicht hast. Dadurch legst du dein Augenmerk auf etwas Positives. Eine To-do-Liste reibt dir dagegen schon mal dein Versagen unter die Nase. Schlimm wird es, wenn du deine unerledigten Aufgaben mit in den nächsten Tag schleppst. Da möchte man doch früh gar nicht mehr aufstehen, oder?

Gehst du aber mit einem zufriedenen Gefühl ins Bett, weil du dir vor Augen geführt hast, was du an diesem Tag geschafft und erlebt hast, dann freust du dich auch auf den nächsten Tag.

***

Indem wir uns also nach den Themen unseres Lebens ausrichten, statt einem Ziel zu folgen, können wir das Hier und Jetzt so gestalten, dass es uns zufrieden macht. Dabei genießen wir das Handeln im Augenblick UND freuen uns über das erreichte. Wir sind demnach die ganze Zeit auf der heiteren Seite. Nicht erst nach Jahren der Anstrengung. Wer weiß schon, ob uns das vorgenommene Ziel dann überhaupt noch erfreuen würde.

📌 Ich kann schließlich nicht wissen, was mich in Zukunft glücklich machen wird. Aber ich weiß, was mich hier und heute erfüllt!

Was sind deine Lebensthemen? Lebst du sie bereits in deinem Alltag aus oder musst du dafür erst einmal Platz schaffen? Ich freue mich, wenn du am Ende einen Kommentar hinterlässt!

Als Zugabe habe ich noch ein paar weiterführende Links für dich. Hier äußern sich andere Blogger zu diesem Thema:


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Titelbild von Pixabay

* bearbeitet durch Autorin (aus Bild 1 & 2)

❤️ Vielen Dank fürs Lesen und Teilen:

2 thoughts on “Ziellos glücklich? So gelingt dein Leben ohne Ziel!

  1. Rebecca says:

    Liebe Annabel,
    ein schöner Artikel mit einer wichtigen Botschaft: Es ist besser, jeden Tag etwas zu tun, was Dich glücklich macht, als ewig auf ein Ziel hinzuarbeiten, das Dich am Ende vielleicht gar nicht erfüllt. Ich genieße heute zum Beispiel den warmen Spätsommer bei einem Spaziergang und habe mir noch vorgenommen, meinen aktuellen Frankreich-Krimi weiterzulesen 😉
    Herzliche Grüße
    Rebecca

    • Annabel says:

      Liebe Rebecca,

      das machst du richtig! 😊 Genieße den schönen warmen Spätsommertag … Wir drehen nachher auch noch eine Runde um den See.

      Hab vielen Dank für die netten Worte!

      Wenn man jeden Tag etwas für seine Zufriedenheit tut, kommt man fast von selbst dort an, wo man glücklich ist.

      Viele liebe Grüße

      Annabel

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